Fünf Tage, 24 Frauen, ein Haus am Wannsee – und am Ende eine Gemeinschaft, die es vorher so nicht gab.
Als die Teilnehmerinnen am 13. Juli im Haus Kreisau ankamen, kannten sich nur einige von ihnen. Manche hatten bereits gemeinsam einen Berufsorientierungskurs besucht, andere waren über private Kontakte auf das Angebot aufmerksam geworden. 23 waren aus dem Iran geflohen, eine aus Afghanistan, die Jüngste 18, die Älteste 84 Jahre alt. Eine Schriftstellerin saß neben einer Auszubildenden, eine Friseurin neben einer Lehrerin.
Die Tage waren dicht gefüllt: Mit dem morgendlichen Check-in ging es immer los und darum, wie es der Einzelnen gerade geht. Danach folgten Workshops zu Frauenrechten in ihren Heimatländern und Deutschland oder zu agilen Methoden für Arbeit und Alltag. Körperliche Abwechslung boten dann das gemeinsame Kickboxen, Kanufahren, ein Waldspaziergang oder das Fahrradfahren – für einige die erste Gelegenheit, es überhaupt zu lernen. Dazwischen immer wieder: gemeinsames Essen, tanzen, Gespräche, Jugendherbergsatmosphäre.
Was am Ende blieb, war vor allem eines: Nähe. Kursleiterin Sina vom Netzwerk für Vielfalt & Agilität (NEVA) hatte Tränen in den Augen, als sie es beschrieb: „Mein Highlight sind die Frauen an sich. Das ist pure Lebensenergie. Ich bin dankbar für jede einzelne Person, die hier mitmacht.“
Wie schnell diese Gruppe zusammengewachsen ist, hat alle überrascht, die dabei waren. Eine Woche voller Emotionen, getragen von einer besonderen, wertschätzenden Atmosphäre – möglich gemacht durch das Netzwerk-Projekt Power 2.1.
Das Projekt „Power 2.1“ wird im Rahmen des Programms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ V“ durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF PLUS) gefördert. Das Projekt wird vom Bezirksamt Mitte von Berlin in Kooperation mit dem Jobcenter Berlin Mitte durchgeführt.


